benebelte Hochplatte 2.082m

Diese Genießertour zur Hochplatte

in den Ammergauer Alpen hat wirklich einiges zu bieten: atemberaubende Ausblicke auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen, zum Wetterstein, auf die Seen des Alpenvorlandes. So hieß es im Wanderbuch.

Pustekuchen.

Uns wurde an diesem Tag die Aussicht nicht vergönnt. Der Wettergott mixte eine Nebelsuppe mit Sahnehäubchen aus Regen und Schnee. Als wir auf dem Gipfel waren, dachte er sich wohl, na gut, lassen wir sie mal a bissi ins Tal schauen, denn da blitzte kurz die Sonne heraus. Erst beim Abstieg wurde das Wetter gemütlicher. *Kruzefix* tschuldigung 😉

Nit jammern. Los gehts!

Der Startpunkt ist an der Ammerwaldalm, direkt an der Strasse zwischen Plansee und Ettal gelegen. Hier ziehe ich mir bereits meinen schicken in zart rosa getüntchen Regenponcho über, da ich meine regengeschützte Jacke zu Hause gelassen habe. Ich werde es ein wenig bereuen, da es einfach herrlich warm unter diesem Poncho beim Aufstieg werden wird.

Nach ein paar Minuten überqueren wir eine alte Holzbrücke. Sachte balancieren wir über die rutschigen Holzbretter und wandern nun links des Roggentalbachs entlang.

Der Pfad schlängelt sich den Hang hinauf, verschwindet hin und wieder zwischen den Bäumen und bald erspähen wir ein Schild, dass uns den Berghang zum Weitalpjoch oder über das Fensterl verweist. Wir nehmen die Route den Bergrücken hinauf und gehen beim Abstieg über das Fensterl zurück. Je weiter es nach oben geht, desto mehr Schnee und Nebel haben wir.

Bei der Anhöhe angekommen, geht es einmal links durch die Latschenkiefer hindurch. Ab und an muss man sich regelrecht durchzwängen, so dicht stehen die Latschenkiefer beieinander. Der Schneehang wird etwas freier und wir erkennen den weiteren Wegweiser am Horizont.

Nun heißt es eher „Wer findet zuerst den Weg?“. Der Nebel ist ziemlich dicht und wir verlieren die Orientierung. Wir stapfen mühsam zuerst in die eine Richtung, dann doch wieder in die andere Richtung. Bis wir zufällig eine Markierung durch den Schnee blitzen sehen. 🙂

Der SteinSchneePfad ist etwas mühselig. Zum Glück gibt es wieder Latschenkiefer an denen man sich, wenn es zu rutschig ist, nach oben ziehen kann.

Der Pfad wendet sich nach links und für eine kurze Strecke können wir entspannter weiter laufen bis wieder die nächste Bergkuppe steil nach oben führt. Kurze Zeit möchte sich die Sonne durch den Dunstschleier bemerkmar machen. Jippi denke ich, wenn wir oben sind, könnte es aufreißen. Hoffnung stirbt ja immer zuletzt.

Dies ist der letzte lange Berganstieg und es folgt die Gipfelgratüberquerung zum Kreuz. Schee anzuschauen. Und macht richtig was her auf den Fotos :-). Durch den Nebel sieht es ziemlich dramatisch aus. An einigen Stellen ist ein Drahtseil gespannt, aber man sollte schon trittfest sein.

Nach dem Balanceakt haben wir das Gipfelkreuz erreicht. Viel können wir nicht sehen. Eigentlich gar nix. Aber die Sonne schaffte es doch mal die Wolken kurzzeitig ein paar Zentimeter beiseite zu schieben.

Nach einer ordentlichen Jausen wandern wir über den Westgrat zum Fensterl weiter. Beim Abstieg sind die Flanken ebenso wieder durch ein Drahtseilgeländer hie und da gesichert. Das braucht man auch, denn abwärts ist es immer ein wenig verzwickter. Zuweilen läßt uns auch der Nebel mal mehr ins Tal blicken. Endlich 🙂

Am Fensterl angekommen, lassen wir es rechts liegen und folgen dem beschilderten Steig hinüber zu einer Scharte. Ein Wegweiser hält noch tapfer die Schilderbezeichnungen aus dem Schnee. Durch ein breites Kar geht es wieder hinunter ins Roggental. Einige Gämse begrüßen uns auf dem Weg hinunter. Endlich kann ich auch schönere Naturfotos ablichten. Und schon bald treffen wir wieder auf die Weggabelung vom Aufstieg und es geht hinab zum Ausgangspunkt.

 

 

3 thoughts on “benebelte Hochplatte 2.082m

  1. Servus 🙂
    also ganz ehrlich – bei dem Wetter wäre ich wahrscheinlich gar nicht bis oben hin gewandert.
    Ich wäre wohl extrem frustriert gewesen, vom Gipfel aus nix sehen zu können. Aber deshalb fahre ich ja auch immer erst im Sommer in die Berge – da ist wenigsten der Schnee weg. 🙂
    Tapfer durchgehalten hast du. Aber als Bergbewohnerin ist man ja sicher einiges gewohnt! 🙂

    LG

    Michael

    1. Wenn ich allein unterwegs gewesen wäre, wäre ich sicherlich umgedreht. Bei der Nebelsuppe kann man sich schnell verlaufen.
      Aber das war ich ja nicht, somit haben wir auch im dicksten Nebel diese Gratwanderung geschafft 🙂

      LG 🙂

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