Bergsee_hopping oder Das Bergsee_Quartett

Sprach die Fußsehne:

„So! Nun will ich in den Herbst-Bergsee-Urlaub. Ab sofort mog i nimmer die Bergschuhe von innen sehen. Der Streunerin werd i schon sagen, wo es nu lang geht.“

Tja und so übersandte die rechte Fußsehne ein Signal oder Information an das Zwischenhirn. Daraufhin kam bei jedem Auftritt der Laut aus dem Mund „Aua“.  So war es und es begann bereits am dritten Wandertag in der sächsischen Schweiz.

Nun ist schon ein wenig Zeit ins Fußland gezogen. Ich trage brav eine Fußbandage und gehe nicht bergauf. Die Fußsehne macht nun Urlaub in den Laufschuhen. Welche natürlich nicht zum Joggen genutzt werden, sondern nur zum entspannten Wandern auf der Ebene.

Deshalb tummel ich mich zur Zeit an den Bergseen herum. Das letzte mal besuchte ich den wunderschönen Rottachsee. Heute war es ein regelrechtes Bergsee-Hopping. Nennen wir es Das Bergsee-Quartett.

Der erste Hauptdarsteller

ist der Schwaltenweiher See. In meinem schlauen Büchlein wird er sehr gut angepriesen und das Foto verhieß Schönes.

Ich parkte an einer Seitenstrasse kurz vor Seeg und laufe über die Wiese hinunter zum Weiher. Oh Weija. Eine Mondlandschaft.    Wo ist das Wasser?       Is’n Staussee. Wurde vollständig abgelassen. Klaro, das macht man so mit gestauten Seen. Dann laufe ich halt ein wenig auf dem Flussbett herum und knippse die Mondlandschaft.

Facts:
Umrundung: ca. 4 km – Zeit: ca. 1 Std
Tiefe: etwa 5,7 Meter
Bademöglichkeit: ja

 

Damit du aber auch siehst, wie verlockend der Bergsee mit Wasser aussehen kann, gibt es nachfolgend ein Foto. Dies hat mir KarlHeinz Bastian freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke hierfür!

DSC_6761

 

Den Reiz die heutige Mondlandschaft des Schwaltenweiher einmal zu umrunden, hatte ich nicht. Mich zog es eher weiter zum nächsten See.. diesmal bitte mit Wasser. Das fand ich beim Forggensee.

Auf dem Weg dort hin, komme ich am nächsten hübsch gelegenen, bekannten See vorbei.

Zweiter Hauptdarsteller:

Der Hopfensee. Fluchs hielt ich im namensgleichen Ort, Hopfen am See, an und lichtete diesen ab. 

Ammergauer- und Tannheimer Berge bilden den prachtvollen Hintergrund des Sees, deshalb wird der See auch „Riviera des Allgäus“ genannt.

Facts:
Umrundung: ca. 7km – Zeit: ca. 2 Std
weitere Sehenswürdigkeiten: Burgruine Hopfen unmittelbar beim See
Tiefe: etwa 10 Meter
Bademöglichkeit: ja, besitzt ein Strandbad und auch frei zugängliche Uferflächen; da relativ flach, kann die Wassertemperatur bis zu 25 Grad erreichen

einmal nach links geschaut
einmal nach links geschaut
und nach rechts geschaut
und nach rechts geschaut

 

Der dritte See,

in diesem Bergsee-Quartett, war der Forggensee. Der See wird auch Speicher Roßhaupten genannt und ist somit ebenfalls ein Staussee.

Das Auto lies ich auf dem gebührenfreien Parkplatz in Brunnen zurück. Von dort ist man schnell am süd-westlichen Ufer und erblickt an der Westseite den Campingplatz mit den dahinter hervorragenden Tannheimer Bergen. Die da wären Gehrenspitze, Köllespitze, Gimpel, Rote Flüh dahinter. Herrlich.

Ich schlenderte ein wenig an der Südseite Richtung Hergatsried entlang und lauschte den Möwen, die ein heiten Spektakel veranstalteten. Die Enten sind dagegen stille Beobachter und können sogar bei dem Geschrei im sanft dahin wiegendem Wellengang ein verfrühtes Mittagsschläfchen halten.
Vergebens versuchte ich zu erahnen, weshalb die Möwen so aufgeregt sind. Von Möwen habe ich null Ahnung. Vielleicht waren sie auf Paarsuche und die männlichen Möwen buhlten um die schönste Möwen-Dame. Sö hörte es sich jedensfalls an.

Facts:
Umrundung: ca. 33km – Zeit: ca. 3 Std mit dem Mtb
weitere Sehenswürdigkeiten: in der Nähe Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau
Tiefe: etwa 35 Meter
Bademöglichkeit: jep

Auch im Winter ruht der See im Trockenen. Aber auf dieser Mondlandschaft läßt sich so einiges entdecken. An manchen Stellen kann man noch Grundrisse von Gebäuden erkennen, die damals ca. 1954 für den Bau des Forggensees abgerissen worden sind. Auch Spuren alter Straßen, sogar der Römerstraße Via Claudia Augusta, tauchen auf. Da liegt Geschichte.

In Wikipedia findest du unter anderem zwei Fotos, die das Gebiet vor der Aufstauung und nach der Aufstauung zeigen. Ganz interessant.

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Mich zog es wieder weiter. Lief zurück  über die Teerstrasse, die die Radstrecke ist, Richtung Parkplatz. Kam an einer kleinen Kapelle vorbei und hielt ein Pläuschchen mit einem netten, redseligen Opa.
Er wollte mich gar nicht weiterziehen lassen. Statt dessen klärte er mich auf, welche Berge zu sehen sind, seit wann er im Lande ist und das er auch im Allgäu etliche Berge bestiegen hat. Auch die bekannten Klettersteige (Hindelanger und Mindelheimer). Super sagte ich, und freute mich mit.

Von meinem nächsten Ziel, dem Schwansee, erzählt er mir auch so einiges. Wie schön dieser ist, dass dort auch der Lechweg entlang geht und dass ich dort und da mal entlang wandern sollte.

4. Hauptdarsteller

Somit begab ich mich nun zu meinem letzten Bergseebesuch diesen Tages, zu dem wohlklingenden Schwansee. Das klingt so elegant, graziös. Wie ein Schwan eben.

Nur der Schwan fehlte auf dem See, dafür gab es etwas anderes vor die Linse. Nicht graziös, eher zackig im Schritt.

Bevor ich das Geheimnis in Buchstaben lüfte, du nicht schon vorher die Fotos durchsucht, erzähle ich noch etwas von dem Schwansee.

Was das Besondere am Schwansee ist? Da gibt es eine Menge Punkte.

Allen voran: die Lage. Er liegt fast zu Füßen der Königsschlösser HOhenschwangau und NeuschwAnstein. Nur fast. Von dem davor herrlich liegendem Park sieht man die zwei Schlösser aus den Baumkronen hervorblitzen. Dahinter thronen der Tegelberg und der Säuling. Das Herrschaftliche ist hier den Königsschlössern vorbehalten.

Der Schwansee selbst wird vom Kalvarienberg und dem Schwarzenberg umrahmt.

Wer hier entlang wandert, wandelt auf königlichen Spuren. Somit wandert man hier nicht, sondern  s c h r e i t e t   g e m ä c h l i c h  dahin. Und so schritt auch ich zu einem kleinen, geschützten, von Bäumen umringten, Seeufer. Ließ mich plumpsend in den steinigen Sand hernieder und streckte alle Viere von mich.

Als ich aber in dem See etwas Krabbelndes sah, war ich dynamisch auf den Beinen und streckte die Kamera dem Krabbeltier entgegen. Ein Flußkrebs. Na sowas. Zum Glück hielt ich nicht mein Zeh in das Wasser. wer weiß was ihm eingefallen wäre….

 

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und das Durchhalten bis zum Ende meines Bergsee-Quartetts.

Bis die Tage.

Wohl auf.

(…und schreite von dannen)

(..ich bin nüchtern, nur ein wenig albern, wahrscheinlich ist mir ganz schwindlig vor lauter Seen)

ENDE

 

Was sang immer Heinz Schenk  “ Witzischkeit kennt keine Grenzen…“

 

 

6 thoughts on “Bergsee_hopping oder Das Bergsee_Quartett

  1. Oh weh. Wie geht es Deiner Fußsehne denn mittlerweile?

    Finde ich toll, dass Du aus der Situation das Beste gemacht hast und keine schlechte Laune aufkommen lässt – zumindest klingt das in dem Artikel so. Selbst als die Bergseenerkundung nicht immer das versprochene Wasser bereit hielt…
    Und den Spruch “ Witzischkeit kennt keine Grenzen…“ merk mich mir definitiv.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Steffi

    1. Hallo Steffi,

      danke der Nachfrage 🙂 Es geht stetig Bergauf. Ähm, also die Genesung meinte ich 😀

      Wenn die Sonne lacht, kann fast keine schlechte Stimmung aufkommen. Und ändern kann man es eh nicht.
      Sag bloß, das alte Liedl kennst du nicht? Ich glaube seit dem Film mit Hape Kerkeling wurde das Lied noch bekannter. Sowas muss man aber nit wissen. 😉

      Liebe Grüße zurück & dir auch ein schönes Wochenende.
      Conny

  2. Oh? Ist es noch nicht besser geworden??? Ich wünsche dir auf diesem Wege erneut eine gute und schnelle Genesung! Vielleicht schaffen wir es ja mal gemeinsam an einen schönen Gebirgssee… 🙂 Aber die Badehose bleibt daheim-dafür ist´s zu kalt.

    Liebe Grüße und komm schnell wieder auf die Beine. Die Gipfel warten auf dich. 🙂

    1. Wird Tag für Tag besser, in Turnschuhen den Berg aufi ging schon mal 😉
      Danke dir.
      Und wie die Gipfel warten 😀
      Liebe Grüße zurück

  3. Servus Conny
    Du hast schöne Wanderungen gemacht und sehr schöne Fotos mitgebracht.
    Durch deinen Pageumzug bekomme ich keine Info mehr, doch heute wollte ich wissen, was du treibst. Ich hoffe dein Fuss ist inzwischen wieder ok?
    Alles Gute und liebe Grüsse Erika

    1. Hallo liebe Erika,
      das freut mich sehr, dass du auf meinem „neuen“ Blog vorbei schaust. Leider habe ich einige Leser damit verloren. Deshalb freut es mich um so mehr, dass du bewusst auf meinen Blog geschaut hast. 🙂 Danke Danke.
      Danke dir, meinem Fuß geht es zu ca. 95% guat. Mal sehen, was der Fuß meint, wenn es im heraufordernden Schnee weitergeht.
      Liebe Grüße an dich.
      Conny

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