EOFT 2016/2017

European Outdoor Film Tour kurz EOFT

Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie manch Abenteurer das Leben herausfordern. Bei welchem Extrem-Sport sie ihren ganz persönlich Flow fühlen und Eins mit sich und der Welt sind.

Das größte Filmevent der europäischen Outdoor Community zeigt jedes Jahr Extremsportler bei ihren packenden Erlebnissen anhand atemberaubender Kurzfilmen.

Dieses Jahr waren dabei:

Fun Fun Fun „…Dodo’s Delight, Dodo’s Delight…“

Vertical Sailing Groënland

Der letzte Film auf der diesjährigen E.O.F.T. Veranstaltung war für mich der Nachhaltigste. Nicht weil er am Schluss gezeigt wurde, sondern weil er meine Bauchmuskeln am meisten forderte. Hier musste ich einfach Mitlachen und habe noch immer den Ohrwurm „…Dodo’s Delight, Dodo’s Delight…“ .

Copyrights by E.O.F.T.
Nein, das ist nicht ihr Segelschiff :-D. Links vorne der Kapitän und die 4 Jungs, einer davon macht das Foto. Hinten links war der Ulkigste 😀
Copyright by E.O.F.T.

Auf ihrem Abenteuer „The Adventure of the Dodo“  nannten sie das Segelschiff Dodo’s Delight. Die 4 Jungs, (Sean Villanueva O’Driscoll, Benjamin Ditto, Olivier Favresse, Nicolas Favresse) alle musikalische lustige Kletterer, zeigten mit viel Humor ihre vertikalen Kletterkünste vom Boot bis hinauf zur Spitze der Grönlandberge. Getoppt wurde ihr Erlebnis mit dem rüstig-flotten 79-jährigen legendären Kapitän Bob Shepton. Er war Yachtsman of the Year 2014. Eine wunderbare Kombination.

Übrigens kann man den Song hier hören -> https://www.youtube.com/watch?v=3-SLsUr8f4o


Down To Nothing Anti-Everest

Als zweites faszinierte mich die Extrem Bergsteigerin Hilaree O’Neill. Zwei Jahre plante sie die Expedition den unvermessenen Berg Hkakabo Razi in Myanmar (Burmar) zu besteigen. Es galt Herauzufinden, ob es der höchste Berge Südostasiens ist.

Um das Land und die Menschen kennenzulernen, nahmen sie (Mark Jenkins, Emily Harrington, Cory Richards, Renan Ozturk und Hilaree) einen weiten Weg auf sich. Per Zug, der sie regelrecht durchschüttelte, so holprig war die Fahrt; mit dem Motorrad, die vollkommen Überladen waren und die Fahrer schon in der früh ein Bier zischten, ging es zu guter Letzt mitten durch den Dschungel, wo sie vorab den Großteil ihrer Vorräte zurücklassen mussten.

Am Basislager angekommen, richteten sie unter großem Zeitruck und mit viel Anstrengung 3 Lager auf dem Westgrat des Hkakabo Razi ein.

Trotz ihrer reich gesammelten Bergerfahrungen und Kämpfergeist der beiden Frauen, waren sie für den endgültigen Aufstieg durch die Anstrengungen im Vorhinein zu langsam für das Gelände am Berg, so sahen es Renan und Cory.

Auszug aus Nationalgeographic von Mark Jenkins

„Auf seine leise Art wies Renan darauf hin, dass drei schnelle Kletterer die besten Chancen hätten, es in der verbliebenen Zeit zum Gipfel zu schaffen. Emily gab zu, dass sie überfordert war. Aber Hilaree war zutiefst verletzt und bestand darauf, den Gipfel zu besteigen. Ich argumentierte, dass es um die Sicherheit des gesamten Teams ging. Hilaree war verärgert. „Du bist ein Arschloch, Mark“, sagte sie, als sie das Zelt verließ. „Danke für dein Vertrauen.“

Nach intensiven tränenreichen Gesprächen willigte Hilaree doch ein und das Männertrio machte sich auf zum Gipfel.

Auszug aus Nationalgeographic von Mark Jenkins

„Endlich Gipfeltag! Nach 39 Tagen auf Schiffen, in Zügen, im Dschungel und einer elenden Kletterei am Westgrat des Hkakabo sind wir kurz vor dem Ziel….Mithilfe unserer Eispickel überwinden wir eine Schneekante. Plötzlich sehe ich die gesamte verbleibende Strecke bis zum Gipfel vor mir. Wie entsetzlich!….

Um diesen windumtosten Schlund zu durchsteigen, würden wir bis nach Einbruch der Dunkelheit brauchen. Wir müssten eine weitere Nacht auf dem Berg verbringen, ohne Zelt, Essen und Wasser. Wir würden an einer Felswand kauern und langsam erfrieren.

Ich sehe ein: Es ist vorbei!.   ….Mit dem GPS-Gerät messe ich den höchsten von uns erreichten Punkt – 5743 Meter. Wenn wir es lebendig vom Berg schaffen, war die Tour ein Erfolg.

Ja so ist es, wenn alle lebend zurück kommen, ist es ein voller Erfolg.


 

Harald Philipp – Flow

Er verschmilzt wirklich mit seinem Fahrrad. Er fährt auf den schmalsten Pfaden, wo manch anderer nicht mal zu Fuß gehen möchte.

Der Bike-Bergsteiger erklärt seinen Flow oder Risiko als äußerster Rand einer Seifenblase, in der er sich befindet. Die Seifenblase ist seine Komfortzone. Je näher er an den Rand seiner Seifenblase kommt, um so weiter entfernt er sich aus der Komfortzone und steht unweigerlich seiner Angst gegenüber. Das ist der Reiz, genau diesen Rand der Seifenblase zu spüren und zu dehnen. Das ist für ihn das geilste Gefühl und das zeigt er in seinem Film Flow.

Wer mehr über ihn erfahren möchte, findet dies auf seiner Webseite: www.summitride.com.


David Lama

Lunag Ri

Ein Ausnahmetalent am Fels. In dem Film zeigt er mit seinem Kletterpartner Conrad Anker nicht nur wie gewandt er am Berg Lunag Ri 6.907m klettern kann. Er nimmt uns auch mit in sein Heimatland. Seine Mutter ist Österreicherin und sein Vater Nepalese. Die ersten Jahre verbrachte er in Nepal, danach wuchs er in Österreich auf.

Erstaunlicherweise denkt er nicht zu erst an die gewaltig schönen Berge im Himalaya. Nein, wenn er die Augen schließt, sieht er die grünen Terrassenfelder, in denen er als Kleinkind im Tragekorb auf dem Rücken seines Vaters getragen wurde. Es ist Interessant einmal diese private Seite von ihm zu sehen.


wingsuiter – basejumper

When we were knights

Die Arme ausbreiten und springen.

Was ist hier eigentlich der Unterschied? Basejumper = Fallschirmspringer /  Wingsuiter = Fallschirmspringer mit einem speziellen Flügelanzug.

Und es gibt noch einen Unterschied. Bei Wingsuit-Fliegern gibt es keinen Ersatzfallschirm. Wäre sinnlos, da der Ersatzfallschirm in den 20 bis 30 Sekunden Wingsuit-Fall keine Zeit mehr hat sich zu öffnen.

Der Film zeigt Ian Flanders und Matt Blank wie sie 250 Stundenkilomer in die Tiefe stürzen. Leider kam Ian Flanders bei einem Sprung im letzten Jahr 2015 dabei ums Leben. Matt widmet daher diesen Film seinem besten Freund.


 

Locked in

Eins sein mit dem Wasser.

Ben Stookesberry, Chris Korbulic, Ben Marr und Pedro Oliva durchpaddeln den Beriman River auf der Insel Neubritanniens, Pazifik. Ein 40 Kilometer lange Fluss, umgeben von einem überwucherten stark eingeschnittenem Tal, stürzt er an einigen Stellen metertief hinunter. Warum ausgerechnet der Fluss? Weil er bisher unerforscht war und atemberaubend aussieht.

Es ist zu risikoreich, denken so noch vor dem Start, den teilweise unberechenbaren Fluss per Kajak hindurch zu paddeln. An manchen Stellen wussten sie nicht, was auf sie zukommen wird. Es sind beeindruckende Aufnahmen. Mehr als 10 Tage sind sie unterwegs.


Steilwandskifahrer

La Liste

Verdammt steil. Jérémie Heitz, 26 Jahre jung, fährt mit Ski 120 Stundenkilometer dort hinunter. Obere Gabelhorn, das Zinalrothorn und die Lenzspitze stehen unter anderem auf seiner Liste von insgesamt 15 Viertausendern. 

Steilwandskifahren, «Steep Skiing», sind Abfahrten auf Hängen, die zwischen 45 und 55 Grad steil sind. Steiler geht nicht. Steiler bleibt kein Schnee liegen.

Ich sag nur, voll krass, wie er hinunter fliegt, Schneelawinen auslöst und ihnen gekonnt ausweicht, bevor sie ihn einholen können.

Für alle, die jetzt so richtig Lust auf einen spannenden und außergewöhnlichen Kinoabend bekommen haben:

Tickets und mehr Infos findest du hier – > http://www.eoft.eu/

Have Fun!

Einen weiteren Bericht, Eindruck, Meinung findest du bei Jens auf Hiking-blog.de  – So hat mir die EOFT gefallen

2 thoughts on “EOFT 2016/2017

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