Martelltal (Südtirol) Gipfel Vordere Rotspitze 3.000m Tag 1

5 Uhr

wollte ich losfahren. Das Bett war so kuschelig. Eine Stunde später sitze ich aber im Auto und fahre nach Südtirol, Martelltal, Ortlergruppe.

Um 10 Uhr parke ich mein Auto am letzten Parkplatz Talabschluss Martelltal. Bin hier bereits auf 2.000m. Vordere Rotspitze 3.034m steht auf dem Plan. Trotz der Höhe gefahrlos. Kein Gletscherübergang, aber Gletscherblick zu den Nachbarsbergen.

Um diese Uhrzeit bin ich nicht die Einzige die sich auf den Weg macht. Die meisten peilen das Ziel Zufallhütte an. Gerne doch. Später komme ich nach. Beim Abstieg zum Parkplatz geht es über die Zufallhütte zurück.

Der Wanderweg ist wunderbar gekennzeichnet. Ich folge zuerst der Markierung Nr. 37, dann später Nr. 31. Mäßig steil geht es durch den Wald, über Grashänge empor zum Schönbichl (2.636m). Etliche Steine liegen kreuz und quer auf der Wiese. Es geht drumherum oder darüber. Nach etwa 1 Stunde Gehzeit führt der Weg durch ein gerölliges Gelände in Serpentinen bergan.

Es folgt eine steile, aber seilgesicherte Rinne, über Schutt und Schrofen empor zum Gipfelkreuz der Vorderen Rotspitze. Hier kommen mir bereits ein paar Wanderer entgegen, ebenso sind einige mit mir beim Aufsteigen. Es ist Obacht geboten. Plötzlich poltert ein Stein herunter, nicht groß, aber reicht. Er nimmt Geschwindigkeit auf und purzelt genau die Rinne hinab auf die heraufkommenden Wanderer. „Achtung Stein!“ rufe ich. Zum Glück bleibt er im nächsten Steinhaufen liegen. Ich schüttel den Kopf, denn die Wanderer vor mir, die evtentuell den Stein losgetreten haben, schauen einfach dem Stein nach ohne einen Mucks von sich zu geben.

Das war nicht das Einzige mal. Als ich nun selbst in der Rinne bin, kommt doch schon wieder ein Stein herunter. Zum Glück nicht in meine Richtung. Aber er poltert erneut anderen Wanderern entgegen. Wieder ruft keiner, außer ich. Man o man, so geht das nicht, denke ich und sage es auch laut, als mir die nächsten Wanderer begegnen. Sie möchten bitte Obacht geben und Achtung Stein! rufen, wenn einer sich in Bewegung setzt und gefährlich wird. Als Antwort kommt: „Hier ist es aber auch schottrig!“ Lach, jupp, deswegen Obacht geben und keinen Stein lostreten.

Ich beeile mich, um aus der Gefahr zu sein und steige schnell die letzten Meter die Rinne hinauf. Das Gipfelkreuz ist nicht mehr weit und als ich heroben bin, lenkt mich die Fernsicht ab. Was sehe ich? Den Zufrittsee am Fuße des Berges, den Gramsenferner mit der Hinteren Schranspitze, der Veneziakamm und die Ortlergruppe grüßen auch aus der Ferne.

Mehrere Wanderer sonnen sich hier. Ich raste eine Weile und genieße die Aussicht, bevor ich mich wieder aufmache und die Rinne absteige. Über Schotter und Geröll abwärts gehen ist flux geschehen. Ich steige bis zur Abzweigung Richtung Enzianhütte oder Richtung Zufallhütte ab und halte mich Richtung Zufallhütte. Entspannt wandere ich dahin, einem wunderbaren Wasserfall entgegen, der sich vom Berg ergießt. Ich laufe weiter an einer Staumauer entlang, die im 19. Jahrhundert zum Schutz vor den verheerenden Überschwemmungen der Gletscherseen erbaut worden ist. Über den Weg Nr.150 gelange ich zur Zufallhütte und von dort hinunter zu meinem Ausgangspunkt.

 

Tourdaten

Aufstieg: 1.135hm

Strecke: 12,5km

Aufstieg: ca. 3 Std

Abstieg: ca. 2,45 Std

 

 

 

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