Nepal – Annapurna Trekking – Teil II

Tag 4 ♥ 10.04.2017

Ghorepani 2.800m –  Deurali Pass 3.090m – Deurali 3.106m – Ban Thanti – Tadapani 2.630m = (Zeit ca. 4.5 Std) – Hill

Nach einer gemütlichen Nacht im Zweibettzimmer in der Lodge New Hotel Glacier genießen wir unser Frühstück mit einem weiteren Paar und zwei Mädels. Mehr ist hier nicht los. Um 08.15 Uhr sind wir schon startklar und verabschieden uns von dem schönen Ort Ghorepani. Ab jetzt werden wir immer mehr und mehr die mächtigen Berge der Annapurnaregion sehen. Jippii.

Rückblick auf Ghorepani

An der Hauswand des Shops im Ortskern von Ghorepani steht Tadapani geschrieben. Diesem Weg folgen wir und wandern durch einen mit Steinen durchsetzten lichten Wald. An steileren Passagen ist der Pfad mittels einer Naturtreppe gepflegt.

Vor uns sind bereits die ersten Gruppen unterwegs, die wir nach und nach überholen. Am Deurali Pass pausieren die Träger und warten auf ihre Nachkömmlinge. Noch ist keine Essenspause angesagt, auch für uns nicht. Es geht weiter zum bald darauf folgenden Ort Deurali. Eine Schar an Trekkern tummelt sich hier um die zwei Lodges und ein paar Verkaufsständen. Auch wir rasten, trinken gemütlich einen Tee und lassen den Tumult auf uns wirken.

Die nächste Etappe ist Ban Thanti. Etliche Höhenmeter geht es bergab. Wir passieren ein Wasserkraftwerk und steigen über Steinstufen zum Ort Tadapani erneut bergan. Das verwinkelte Dorf ist regelrecht an den Hang geklebt und bietet eine schöne Sicht auf die Berge. Hier legen wir unsere Mittagspause ein, ratschen mit drei anderen Deutschen, die schon ihre Annapurna Circuit Runde begangen haben und nun noch die letzten Tage vor sich haben. Wie gut, dass wir noch mittendrin sind :).

Nepal Trekking Annapurna
Stufe für Stufe zum Pass hinauf.
Mein erster freier Blick zu Nilgiri, Annapurna I und Annapurna South.
Mein erster freier Blick zu Nilgiri, Annapurna I und Annapurna South.
Am Deurali Pass 3.090m angekommen. Nepal Trekking Annapurna
Am Deurali Pass 3.090m angekommen.

Lustigste Trekkerrunde

Unsere heutige Übernachtung ist in Chuili in einer kleinen Lodge, an der jeder Wanderer fast einfach so vorbei läuft. Dies wären wir wohl auch, wenn die vorherigen und nachfolgenden Lodges nicht bereits ausgebucht gewesen wären. So beziehen wir in der Hill Side Lodge unser Zimmer. Wir haben ein eigenes kleines Zimmer. Die Lodge ist sehr einfach ausgestattet. Die Waschmöglichkeit ist in einem separaten Raum. der lediglich mit einem mit heißen Wasser gefüllten Eimer und Schöpfer besteht. Die Ansprüche auf Trekkingtouren werden eh geringer und wir freuen uns einfach, dass wir uns erfrischen können. Trotz der Einfachheit dieser Lodge ist sie umso herzlicher, heimeliger. Warum? Der Besitzer ist ein sehr warmherziger und zuvorkommender Gastgeber. Er plauschte und lachte mit uns.

Hier treffen wir auf unsere fast schönste Trekkerrunde mit den unterschiedlichsten Menschen. Gemeinsam lassen wir den lauschigen Abend im Garten und später beim Abendessen in der Gaststube ausklingen, bis jeder vor Müdigkeit nach und nach ins Bett geht.

Auf unserem weiteren Weg treffen wir noch oft auf den Einen oder Anderen und grüßen uns wie alte Freunde. Von hier aus senden wir ganz viele Grüße an den taffen sonnengegerbeten Australier, an die süße lustige junge Belgierin und an das Vater & Sohn-Gespann aus Stuttgart.

Nepal Trekking Annapurna
Die heutige Übernachtungslodge Hill Side Lodge. Hier genießen wir gerade den lauschigen Abend in geselliger Runde. 🙂

 

Tag 5 ♥ 11.04.2017

Hill – Chomrong 2.150m – Tilche – Sinuwa 2.360m

Chomrong, ein großes Gurungdorf ist auf 400 Höhenmeter angesiedelt. Es ist ein wunderhübscher Ort. Herrlich himmelblaue Häuser mit Garten voller Blumen. Von Hill kommend genießen wir den Blick über Chomrong hinunter ins Tal. 

Dann heißt es, über 600m steile Steintreppen hinab, über die Hängebrücke, die sich auf 1.870m befindet, und 600m steil wieder empor.

Bevor wir das schweißtreibend absolvieren, kehren wir in unsere erste Germany Bakery ein. Welch groooße Freude für meinen Freund. Mhhhh. Wir kaufen fast den kleinen einheimischen Bäcker leer. Und es steht wirklich darüber German Bakery. So bekannt ist unsere gute deutsche Bäckerskunst.

Nepal Trekking Annapurna
Mhhh, das Gebäck war vorzüglich!!

 

Nepal Trekking Annapurna
Blick auf Chomrong. Ganz rechts kann man weitere Häuser erkennen, so tief geht es hinab.

Nach unserer köstlichen Stärkung sind wir gewappnet für die unzähligen Steinstufen hinab zur Hängebrücke mit dem darunter fließenden Modi Khola Fluss. Der Ort Chomrong liegt auf 2.150m. Nach gut 100 Höhenmeter im Abstieg läuft man direkt an dem gut bestücktem Trekkers Shopping vorbei. Hier findet man wirklich fast alles, Batterien, Toilettepapier, Essen, Trinken, alles was ein Trekker eben so benötigt. 

Nepal Trekking Annapurna
Über die Hängebrücke und unter uns der Fluss Modi Kohla.

 

Nepal Trekking Annapurna Chomrong
Rückblick auf die andere Seite und es ist zu sehen, was wir heute geleistet haben. Der Pfeil deutet auf den höchsten Punkt bevor es hinunter nach Chomrong geht. Am Hang erkennt man Chomrong.

Unsere heutige Etappe endet in dem Lodgedorf Sinuwa auf 2.340m. Von den Restaurant-Terrassen geniessen wir einen wunderschönen Blick hinein in das ansteigende Modi-Khola-Tal. Die Gipfel von Machhapuchre 6.997m, wie auf dem nachfolgenden Foto, und Annapurna III 7.555m kommen uns sichtbar näher.

Nepal Trekking Annapurna. In Sicht Machhapuchre
In Sicht Machhapuchre (herangezoomt).
Nepal Trekking Annapurna.
Unser leckeres Abendessen. Frisch zubereitet.

 


Ab Sinuwa beginnt das Naturreservat des Annapurna Sanctuary, kurz ACAP (Annapurna Conservation Area Project). Das ACAP hat drei wichtige Hauptziele: Schutz der natürlichen Ressourcen/ nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung für die lokale Bevölkerung / Entwicklung des Tourismus mit möglichst geringen negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Es sind offene Feuer verboten und die Lodges sind verpflichtet mit Gas oder Kerosin zu kochen. Auch dürfen nur an bestimmten Stellen überhaupt noch Lodgen stehen. In der Hauptsaison kann es bisweilen in den folgendnen Lodgedörfern zu Engpässen kommen. Das spürten wir auch, aber wir hatten immer Glück, rechtzeitig einen Schlafplatz zu beziehen.

Du magst noch mehr Infos über ACAP lesen, dann schau doch mal hier rein -> Einblicke in den Lebensraum Nepal


Tag 6 ♥ 12.04.2017

Sinuwa 2.360m – Khuldighar – Bamboo 2.310m – Dovan 2.500m – Himalaya 2.820m – Deurali 3.160m

Frischer warmer Apple-Pancake und ein süßer Masala Tea füllt unsere Energiedepots wieder auf. Die Sonne krabbelt langsam empor. Sinuwa liegt noch im morgendlichen Schatten. Wir machen uns auf den Weg.

Im Auf und Ab geht es über Steine und Wurzeln durch den Dschungel. Die Bäume sind stark bemoost und die wunderschönen Blüten der Rhododendronbäume bewundern wir auf dem Weg. Einige Zeit nach Sinuwa lichtet sich der Wald. Wir passieren Khuldighar, in dem nur noch ein verlassenes ACAP Häuschen sowie eine Grasfläche übrig ist. Von dem Ort geht es bergab in die Lodgesiedlung Bamboo 2.310m (fünf schöne Lodges). Den Namen trägt der Ort aufgrund der vielen Bambusstauden.

Nepal Trekking Annapurna.
Vollgepackt mit Hab und Gut – Trägerinnen. Getragen mit dem typischen Kopfstriemen.

Durch erneut dichten und feucht-tropischen Bambusswald erreichen wir Dovan 2.500m, bis zur nächsten Siedlung Himalaya 2.820m lichtet sich der dichte Wald und wir haben freien Blick auf den rauschenden Modi Khola. Auf der Etappe heißt es Augen auf. In den Bäumen turnen ab und an Hanuman-Languren, eine graue Affenart. Wir haben auch das kurze Glück und können einen erhaschen.

Nepal Trekking Annapurna. Deurali
Deurali in Sicht.

Eine Unterkunft finden wir in Deurali 3.160m. Bis zu diesem Ort geht es stetig bergan. Das Tal wird schmäler, die Landschaft alpiner, der Weg wird rauer und verläuft immer wieder zwischen riesigen Steinblöcken.

Nepal Trekking Annapurna.
Rauschende Wasserfälle stürzen die Felswände herab. Hier überqueren wir ein kleines Schneefeld.

In Deurali gibt es 4 Lodges. In einer von diesen bekommen wir das letzte Zimmer mit zwei weiteren Trekkern. Die Nachkommenden müssen nun im Gastraum übernachten. Das hätte ich auch gern vorgezogen.

Als wir unser Zimmer sehen, sind wir nicht so amused. Das Zimmer ist dunkel und sehr spartanisch. Es liegt direkt neben dem Kerosinlager. Dementsprechend duftet es. Die Betten alias Holzbretter haben keine Matratze. Aber gut, ist ja nur für eine Nacht und Trekkern ist kein Ponyhof ;-). 

Nepal Trekking Annapurna.
Deurali erreicht. Es liegt auf 3.200m. Beeindruckend die kantigen Berge im Hintergrund.
Nepal Trekking Annapurna. Deurali
Der Gastraum von unserer Lodge. Alle an einem Tisch, das ist schön. 🙂

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