Sächsische Schweiz Tag 3

Guten Morgen aus der sächsischen Schweiz.

Gähn, ich habe gut geschlafen. Mir war warm (hatte noch 2 zusätzliche Decken von der Hütte erhalten) und es gab keinen Schnarcher. Nur mal kurzes Aufwachen zwischendurch, aber sonst gut geschlafen. Und da sag mal Einer, Sternschnuppen halten sich nicht an ihre Versprechen.

Der heutige Morgen war mal ohne Sonnenaufgangswanderung geplant. Was ein Fehler war, wie wir am Abend erfuhren. Wolkenmeer war an diesem Morgen und wir wussten nichts davon.

Wir genossen das ausreichende Frühstück und begaben uns auf den Wanderweg.  Direkt an dem Parkplatz bei der Neumannmühle wie am Vortag, begann unser Pfad, der sogenannte – Flösersteig. Dieser führt parallel an dem Bach Kirnitzsch, parallel an der kleinen Fahrstrasse entlang. 

Eine frühe Form des Surfens?

Damals war der Steig vornehmlich den Flößern vorbehalten, die in kraftvoller Arbeit die rund gehauenen Baumstämme mit Wasserkraft flussabwärts transportierten. Er beginnt an der Neumannmühle und endet an der Mündung in Bad Schandau. Auf zahlreichen Tafeln sind Geschichte und Bedeutung des Flößersteiges und anderes Wissenswertes aus der Heimatforschung beschrieben. Der Flößersteig ist einer der wenigen noch in ihrer ursprünglichen Lage vorhandenen Pfade in der sächsischen Schweiz. Der noch ursprünglich erhaltenste Abschnitt des Flößersteiges befindet sich zwischen Felsenmühle und Lichtenhainer Mühle.

185 Jahre Lichtenhainer Wasserfall

Unser Flößersteig endete am Lichtenhainer Wasserfall, der wirklich eine interessante Geschichte geschrieben hat.

Hier muss ich ein wenig ausholen und auf die Entstehung des Begriffs der Sächsische Schweiz zurückgehen.

1766 waren zwei schweizer Maler-Studenten im Elbsandsteingebirge und tauften das Gebirge auf Sächsische Schweiz. Sie fanden hier ähnliche heimatliche Erinnerungan an ihre Berge vor.

Der Sächsischen Schweiz sind eigentlich kraftvolle Wasserfälle verwehrt geblieben. Hier gibt es keine Gletscherberge, die das Wasser zum rauschendem Fall bringen. Daher wurde dem ein wenig nachgeholfen. 1830 wurde auf der natürlichen Felskulisse eine Stauanlage mit einem aufziehbaren Wehr errichtet. Der damalige Pächter erbaute direkt daneben einen kleinen Ausschank. 1852/53 entstand das, noch heute im Originalzustand, vorhandene steinerne Gaststättengebäude im schweizer Stil.

Wir sind zur rechten Zeit da. Ein paar Minuten später öffnete sich die Stauanlage und mit Hintergrundmusik ergoß sich ein kräftiger Wasserfall in die Tiefe.

Ein weiteres Highlight ist die Kirnitzschtalbahn, die, von Bad Schandau kommend, am Lichtenhainer Wasserfall endet.

 

Kuhstall

Ich als Kuhnarr fand hier keine Cowgirls vor.  Aus einer Überlieferung haben aber damals die Bauern ihre Kühe hier her gebracht. Andere sagen wiederum, dass hier Raubritter waren, die das gestohlene Vieh hier versteckt hielten. Übereinstimmend ist somit, dass Tiere hierher gebracht worden sind. Genug Platz ist.

Der große Felsenbogen ist bis zu 11 Meter hoch, 17 Meter breit und 24 Meter.

Über eine Eisentreppe, der sogenannten Himmelsleiter, die in dem Sandsteinfels steil und eng nach oben führt, gelangten wir zum Aussichtsplatz. Das Panorama ist ähnlich dem des Großsteins, nur liegen die Felsen hier wesentlich näher.

 

Frienstein Idagrotte

Über Stock und Stein geht es nun zum Frienstein hinauf.  Auf der Höhe angekommen, bahnt sich der Weg zwischen etlichen Felsblöcken zu einem Felsband mit tiefem AbgrundMutige trauen sich über den schmalen Pfad zur Grotte hinüber.  Aber Halteeisen sind zum sicheren Festhalten in der Wand angebracht. Trotzdem ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit oberstes Gebot.

Um 1410 wurde auf dem Frienstein eine Burgwarte errichtet und die Idagrotte als natürlicher Felsraum genutzt. Noch heute sind Spuren der mittelalterlichen Nutzung zu erkennen. Die Idagrotte ist eine große Schichtfugenhöhle. Ein weiteres Magnet im Elbsandsteingebirge.

 

Aussicht an Aussicht

Nach diesen weitblickenden Aussichten zogen wir weiter und genossen den Blick ins Bierglas *lol* auf der Terrasse von dem Berghotel, dass sich auf dem Winterberg 556m befindet. Dort darf man für einen kleinen Obulus auf das Gasthofsdach und Blick über die Baumwipfel schweifen lassen.

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Wesentlich mehr bot die Aussicht am Goldstein, die wir auf unserem Rückweg zur Neumannmühle mitnahmen. 

Von der Goldsteinaussicht kann man eine Vielzahl an Felsen sehen. So stehen auf der rechten Seite die Felsen der Richterschlüchte, nach vorne die Felsen des Großen Zschand und ein bisschen mehr links die Kette der Thorwalder Wände.

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Sonnenuntergang auf dem Arnstein

Dann ging es ab in die gemütliche Stube der Neumannmühle und zum Genießen des Abendessen mit einem erfrischendem Bier. Bevor es zum Sonnenuntergang auf den Arnstein aufging. Der quasi gleich um die Ecke von der Neumannmühle ist. Na gut, ein paar Meter sind es schon zu laufen, zeitlich ca. 30-40 Minuten.

Zuerst geht es ein Stück an der Fahrstrasse entlang, dann zweigt der Waldpfad links hinauf zum Arnstein. Der breite Forstweg wird zusehends schmaler je höher man steigt. 

Ottendorfer Raubschloss wird der Arnstein des öfteren auch bezeichnet, da dort Reste einer ehemaligen Burganlage zu bewundern sind.

Der weitere Aufstieg erfolgt über Leitern, Steigen und Felstreppen. Ich quetschte mich noch durch einen schmalen Felsdurchgang und entdeckte dahinter eine kleine Höhle. Nach der Sichtung ging es dann aber mal auf den Aussichtsplatz vom dem Arnstein und nun hieß es, chillen im Sonnenuntergangslicht.

 

 

 

Nachfolgend findest du die ersten Tage in der Säschischen Schweiz, falls noch nicht gesehen.

Gebirge Sand Elbe

Tag 1 – 10.10.2015

Anreise – Ottendorf – Wanderung zum Großstein

Tag 2 – 11.10.2015

Großstein Sonnenaufgang – Hickelhöhle – Altarstein – Grosses Polshorn

Tag 3 – 12.10.2015

Lichtenhainer Wasserfall – Kuhstall – Winterspitzen – Idagrotten – Großer Winterberg – Zeughaus – Arnstein Sonnenuntergang

Tag 4 – 13.10.2015

Sonnenaufgang Bastei – Abreise

 

 

 

2 thoughts on “Sächsische Schweiz Tag 3

  1. Hallo Conny,

    sehr schöne Berichte mit tollen Fotos hast Du da verfasst. Mir gefällt wie du schreibst, da wird man gleich mit in das schöne Erleben hineingesaugt .-) Die sächsische Schweiz ist mein Lieblingsabenteuerland, da war ich schon sehr oft. Ich finde die Gegend da unglaublich schön, Felsenwildnis, wie Du es genant hast, trifft es sehr gut.
    Liebe Grüße
    Jürgen

    1. Hallo Jürgen,
      danke dir 🙂 Schön zu lesen, dass es Spaß macht mein Geschriebenes zu Lesen. Die Sächsische Schweiz hat wirklich einiges zu bieten. Die Vielfalt ist wirklich schön.
      Liebe Grüße zurück
      Conny

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