über Felszacken Zingerstein zur Kohlbergspitze

Heute  geht’s ab nach Puechelpach. So hieß der Ort Bichlbach im Jahre 1300. Dort thront der Gipfel Kohlbergspitze 2.220m mit seinem unglaublich großen Gipfelkreuz.

Der Daniel mit 2.340m ist der höchste Gipfel der Ammergauer Alpen. Er dominiert den von Westen nach Osten verlaufenden Danielkamm zwischen Ehrwald und Reutte. Die Kohlbergspitze, die ich heute bewandere, ist Teil des Danielkamms.

Das Auto parke ich bei der Kirche. Von hier habe ich schon einen Blick hinauf zur Kohlbergspitze mit seinen Lawinenverbauungen, links ist der Felszacken Zingerstein zu sehen.

 

Der Weg führt am Gasthof ‚Kohlberg‘hof (ach was 🙂 ) vorbei, durch einen kurzen Tunnel gelange ich ortsauswärts. Ein weiterer Wegweiser zeigt den Waldhang hinauf.

Anfangs geht es steil empor, wird aber später etwas gemütlicher. Zu Beginn verläuft der Wiesenpfad etwas unklar bergan. Es geht nach links ein Pfad, nach rechts ein Pfad. Mein Bauchgefühl entscheidet sich für den rechten, der dann ein weiteres Stück später ein eindeutig erkennbarer Waldpfad wird.

Behände schreite ich durch den sonnendurchfluteten Wald. Die Bäume geben mir die Sicht frei auf Bichlbach mit den dahinter liegenden Bergen wie Thaneller und Roter Stein.

 

Unterwegs komme ich an einer Jagdhütte vorbei, die lasse ich links liegen und gelange bald zu einem Wanderzeiger äh Wegweiser: rechts über Zingerstein zur Kohlbergspitze, links Normalweg zur Spitze. Ich wähle den abenteuerlustigen Weg über den Felsenzacken Zingerstein.

 

Eine Weile wandere ich den Waldhang gedankenverloren dahin und als ich aufblicke fällt mir janz spontan folgendes Lied ein „Da steht ein Pferd aufn Fluuur….“.

Aber so aus heiterem Himmel kam mir das Lied nicht in den Sinn.

Wie aus dem Nichts stehen in einiger Entfernung zwei prächtige Pferde auf dem Pfad. Das Vordere interessiert sich keinen Deut für mich. Es grast und grast und grast.

 

Dafür ist das hintere Pferd sehr aufmerksam und schaut so putzig skeptisch. Die wohlgenährten Pferde lasse ich an mir vorüber ziehen und ich laufe belustigt weiter.

Nach dem Waldhang folgt nun ein Latschenkieferabschnitt, der die Südflanke der Kohlbergspitze quert.

 

So langsam nähere ich mich dem Felszacken. Die Latschenkiefer ziehen sich zurück und steiles Schrofengelände erwartet mich.

Ich kraxel unter den Felswänden entlang, alles gut markiert, aber ziemlich bröselig. Immer wieder mit herrlichen Blicken ins Tal und auf die Bergwelt. Zwischendurch geht es steil aufi und ein schottriges Band wird in luftiger Höhe gequert.

 

Nach der Querung geht es steil die schottrigen Rinne hinauf zur Scharte zwischen den zwei Bergen. Das Gipfelkreuz ist schon in Sichtweite.

In der Scharte sehe ich schon den Wegweiser rechts hinauf zur Kohlbergspitze zeigend, aber vorher mache ich natürlich den Schwenker zum Felszinken.

Über einige luftige Stellen, die gesichert sind mit Drahtseilen, gehe ich behutsham die letzten Meter empor. Die Blicke hinab von den Felskanten, auf dem der Steig entlang führt, sind atemberaubend… und tief ;).

 

Am Gipfelkreuz sicher angekommen, genieße ich in Ruhe die herrliche Sicht auf die Lechtaler, Allgäuer und Tannheimer Berge. Über mir erkenne ich das Gipfelkreuz der Kohlbergspitze, bei dem ich meine Jausen einlegen werde.

 

Ich gehe wieder hinunter in die Einsattelung und wende mich nach links, wie der Wegweiser mir angibt.

Kraxel den roten Markierungen entgegen, zuerst über einen grasigen Hang weiter zu einer schottrigen Rinne. Immer wieder blicke ich zurück auf den „kleinen Zinken“ und bewundere die fantastische Aussicht.

Schließlich erreiche ich über einen steilen schrofendurchsetzten Grashang den Gipfelgrat der Kohlbergspitze.

Ein gewaltig großes Gipfelkreuz erblicke ich. Ich muss den Kopf ziemlich in den Nacken legen, um die letzte Spitze des Kreuzes zu erfassen. Das nachfolgende Bild zeigt es deutlich wie klein ich daneben wirke.

Nicht nur das wuchtige Gipfelkreuz läßt mich staunen, auch das Panorama von hier oben ist grandios.

Der Blick nach Osten, über den Kammverlauf, läßt mich in den Wolken die Zugspitze sehen. Der Blick schweift weiter zur Mieminger Kette, zu den Ammergauer Alpen, und zu Füßen liegt tief im Tal der Plansee.

Grandios

 

 

Der Abstieg verläuft nun über den Normalweg durch sicheres Gelände hinab. Durch Latschenkiefer in den lichten Wald hinein treffe ich wieder auf die Abzweigung, Zingerstein – Kohlbergspitze. Und es geht weiter hinab zum Ausgangspunkt.

 

 

5 thoughts on “über Felszacken Zingerstein zur Kohlbergspitze

  1. Das hast wieder schön beschrieben und mit tollen Bildern garniert. Das Bild oben am Gipfelkreuz ist mega!
    Da bekommt einen guten Eindruck über die Weite, in die man dort sehen kann.
    Wirkt ganz schön abenteuerlich der Weg. Hast du gut rübergebracht!

    Gruss

    Michael

    1. Hi Michael,

      vielen Dank 🙂
      So ein Gipfelkreuz kam mir bisher noch nicht unter. Groß, wirklich groß. Und ja der Weg zum Zingerstein war abenteuerlich. Bei dem Geröll muss man echt Obacht geben.

      Sonnige Gr ü ü ß e zurück

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