Via Ferrata (Klettersteig) Ivano Dibona Cristallogruppe [Dolomiten]

Leicht aufgeregt bin ich.

Klettersteig und dann noch eine Hängebrücke. Oh, Hängebrücken sind nicht meine Stärke. Es schaukelt und tiefer Abgrund. Bäh. Aber, da will ich durch.

Der Klettersteig Ivano Dibona ist an sich nicht schwer, nur lang. Über den Westgrat des Cristallo Massivs geht es eine Menge Höhenmeter abwärts, ein paar aufwärts und das in ca. 7-8 Stunden.

Er bietet atemberaubende Aussichtspunkte in die Ampezzaner Dolomiten und ist auch ein wahres Freilichtmuseum. Etliche italienische und österreichische Kriegsstellungen des 1. Weltkrieges gibt es noch zu sehen.

Fakten

Start: Forcella Staunies Bergbahn 2.918m

Anstieg: ca. 400 Hm

Abstieg: ca. 1.720 Hm

Zeit: 7-8 Std ohne Pause

TourVerlauf: Bergstation Forcella Staunies 2.918- Hängebrücke  – Forcella Grande 2.874m – Forcella Padeón 2.760m – Forcella Alta auf 2.640 m – Forcella Bassa auf 2.417m – Gasthaus Ospitale 1.491m

Frisch gestärkt..

von unserem grandiosen Frühstück nahmen wir den Bus von Cortina zur Talstation in Rio Gere 1.600m. Es waren an dem Tage nicht viele Wanderer unterwegs. Nur wenige wollten auch hinauf zur Bergstation auf 2.918m.

Mit der Bahn schaukelten wir in dem 4-er Sessellift zur Zwischenstation Son Forca auf 2.235m und 30m entfernt ging es schlussendlich mit historischem Gefährt, einem Tonnenlift, die letzten Höhenmeter hinauf.  Der Tonnenlift ist aus den 70er Jahren. Man mag es nicht glauben. Sozusagen Antik und noch immer im Einsatz. So lustig anzusehen. Beim Einsteigen muss man flink sein. Im Laufschritt schwingt man sich in die Tonne. Zwei Personen pro Tonne.

Na sowas, ganz aktuell 26.07.2016 auf Facebook entdeckt. 

Der Tonnenlift wurde bis auf Widerruf geschlossen. Es wurde vom Gericht in Belluno die Konzession, welche ausnahmsweise vergeben wurde, nicht wieder verlängert. Der Lift sollte schon im Jahr 2011 modernisiert werden bekam aber jährlich immer wieder einen „Aufschub“. Nun ist er also endgültig zu!

Und dann endlich heroben. Ein Gipfelkreuz befindet sich gleich an der Bergstation. Rechts davon beginnt der Klettersteig zum Cristallo hinauf, links vom Kreuz startet der Klettersteig Ivano Dibona. Zuvor zogen wir unser Klettersteigset und Helm an. Einem Japaner drückten wir noch den Fotoapparat in die Hand und dann ging es los.

Hinauf die Eisentreppe und ein gigantischer Weitblick auf die Dolomiten lies mir ein breites Grinsen auf das Gesicht zaubern. Traumhaft! Es folgte ein kurzer Tunnel und gleich zu Beginn mein Lieblingsstück, die Cristallo-Hängebrücke (kommt im Film „Cliffhanger“ vor). 26m lang und schaukelt ein wenig. Aber gut, dass es gleich am Anfang ist, dann hatte ich es hinter mir.

Vor uns waren 3 Spanier,die sich Zeit ließen über die Brücke weiter zu gehen. Etliche Fotos mussten auf der Brücke mit der Brücke gemacht werden und einer hatte richtig Spaß an dem Schaukeln. Was mich ein wenig nervöser machte, da ich es endlich hinter mich bringen wollte.

Ich raffelte all meinen Mut zusammen, meinem Freund wies ich bittend an, dicht hinter mir zu bleiben und flux hechtete ich über die Brücke. Stimmt, sie hatte gehalten. 😉 Und hält natürlich noch viel länger. Fröhlich und erleichtert zog ich weiter über den Grat, der mit Drahtseilen gesichert ist. Von hier kann man, an den Drahtseilen entlang, einen kurzen Abstecher nach links auf den Cristallino d’Ampezzo machen (3008 m – 0,30 Std.), oder auch zur Forcella Verde und zur Ferrata De Pol absteigen (Hinweise). 

Holla die Waldfee – Schotter

Die Felsen sind teilweise mit Schotter und es Bedarf der Vorsicht. Schnell kann man auf einem Stein ausrutschen, was mir passierte. Zum Glück hatte ich mir nur die Knie angeschrammt. Konnte im Schotter stoppen. Als ich wieder sicher stand, waren die Beine noch ein wenig weich. So schnell kann es gehen. Deshalb, passt stets auf euch auf!

Langsamer und vorsichtiger ging ich weiter, bis sich wieder alles in mir beruhigt hatte. Der Steig führt leicht ansteigend auf die Südseite des Col Pistone (2.862 m) und des Vecio del Forame (2.868 m), bis zur Forcella Alta (2640 m) über Felsbänder, gesicherte Passagen, Eisenleitern, vorbei an Kriegsruinen. Anschließend folgte ein langes und steiles Schuttfeld. Anfangs trafen wir noch auf etliche Kletterer, später wurden es immer weniger. Spätestens bei der Abzweigung oder auch Notausstieg genannt, die nach diesem Schuttfeld folgt, waren nur noch ein paar Handvoll unterwegs. Notausstieg heißt, circa in der Mitte des gesamten Klettersteiges gibt es diesen Abstiegsweg, der zurück zur Liftstation Son Forcia führt. Wir wählten den Pfad aber nach rechts nach Ospitale und stiegen weiter ab zur Forcella Bassa auf 2.417m.

Mittlerweile ‚kannte‘ man die Mitkletterer. Mal überholten sie einen oder wir sie. Ein sympathisches französisches Pärchen war unterwegs, ein polnischer Papa mit Töchterlein, die souverän den kompletten Klettersteig meisterte sowie ein lustiger Österreicher.

visuelle Impressionen

 

 

 

Du warst auch schon auf dem Klettersteig? Erzähl wie war es! 🙂

 

 

 

6 thoughts on “Via Ferrata (Klettersteig) Ivano Dibona Cristallogruppe [Dolomiten]

    1. Danke dir 😀 Aber verneigen musst dich nicht. 😉 Der Ferrata ist gut zu meistern. Da musste ich nicht mal soviel Angst haben. Na gut, außer an meinen Lieblingsstellen – den Hängebrücken. Wenn du es machen wollen würdest, nimm dir einen prima Bergpartner mit, der dir Sicherheit gibt, dann klappt es wunderbar.
      Liebe Grüße Conny

  1. Hallo Conny,

    die Dolomiten reizen mich auch unglaublich 🙂 Die schroffen Felsformationen und das Ursprüngliche ist halt doch was anderes als wenn alles wie gemalt wirkt… Kommt unbedingt auf die Agenda.

    Liebe Grüße

    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,
      oh ja, dass musst du machen. Ich dachte nicht, dass die Dolomiten mich so in den Bann ziehen. Aber so ist es geworden. Eine grandiose schöne Bergwelt. 🙂
      Viel Spaß in den Bergen.
      LG Conny

  2. Ich war schon vor vielen Jahren mit meinen beiden Kindern problemlos auf dem Dibonaweg bis Ospitale.
    Zum 70. Geburtstag habe ich den Weg mit meinem Sohn und meinem Enkel wiederholt und war froh, dass wir am sog. Notabstieg die Sache abbrechen konnte. So ändern sich die Zeiten.

    1. Dies ist auch eine Tour die mir immer in Erinnerung bleibt. Allerprächtigste Landschaft. Herrlicher Klettersteig.
      Mit 70 möchte ich selbst auch mal so fit sein wie du. 🙂
      Liebe Grüße an euch.

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