Schwarzhanskarspitze 2.228m Mahdspitze 1.963m Bergtour

Grandiose Gipfelschau (Video) von dem sanften Hügel Schwarzhanskarspitze sowie dem kantigen Zahn Mahdspitze

Zufällig stieß ich im World Wide Web auf die Mahdspitze. Was ich las und sah, machte mich neugierig. Kein stark frequentierter Berg mit herrlichen Gipfelblicken.

Das ist nun heute meine Ziel. Unter andererem. Der Berg hinter dem markanten Zahn, der Mahdspitze, ist die um ca. 200m höhere Schwarzhanskarspitze. Die werde ich ebenso gleich mit erklimmen.

Die prächtigen Berge gehören der Liegfeistgruppe an und die befindet sich in den Lechtaler Alpen.


Fakten Tour Schwarzhanskarspitze & Mahdspitze

Gebirsgruppe: Lechtaler Alpen, Liegfeisgtruppe

Start: Forchach 910m (Reutte)

Höhenmeter: ca.1.400

Aufstieg: ca.3 – 3,5 Stunden

Charakter: zum Gipfel Schwarzhanskarspitze einfache Bergpfade; zum Gipfel Mahdspitze in steilem und steinigem Gelände

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Tourbeschreibung Schwarzhanskarspitze & Mahdspitze

Forchach ist ein sehr kleines Dorf in Tirol, in der Nähe von Reutte, am Rand der Lechauen. Es hat nur 268 Einwohner, so schreibt Wikipedia, und sehr freundliche.

Als ich in Forchach angekomme, parke ich direkt an einem Haus, da ich nirgends eine Parkmöglichkeit gefunden habe. Eine Frau kommt heraus. Die Gelegenheit nehme ich wahr, um es mir von ihr absegnen zu lassen, da stehen bleiben zu dürfen. „Ja klar. Kein Problem“. Und schiebe gleich die nächste Frage hinterher, welcher Berg die Mahdspitze sei. „Die zwoa markanten, die wir herrlich vom Tal aus sehen können.“ antwortete sie. Prima.  „Dort gegenüber beginnt der Forstweg.“

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Noch freundlich einen herrlichen Tag gewünscht, Rucksack angeschnallt und los geht es. Nach ein paar Meter zweigt bereits der Älpelesteig vom Forstweg rechts ab. Der Älpelesteig hat seine Bezeichnung von der ersten Etappe, die Hochstanzer Alpe sogenannte Älpele. Die Älpele liegt auf 1.779m, Forchach auf 910m. Des heißt, es geht erst einmal gute 870 Höhenmeter den Wald hinauf.

Der Gsteig schlängelt sich zu Beginn in kurzen Serpentinen auf sanftem Erdboden den Waldhang hinauf, dabei kreuze ich zu anfangs öfters den Forstweg. Noch kann ich auf der anderen Seite von Forchach die Berge sehen, bis der Wald dichter wird und die Bäume die Sicht versperren.

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Der Waldpfad verläuft später in längeren Serpentinen weiter hinauf. Ich kreuze im ZickZack das Bächlein, das ich anfangs noch bei trockenem Flussbett überquere und weiter oben mich mit einem herrlichen Wasserfall überrascht. Und so langsam kann ich auch mehr ins Tal blicken.

Es wird ab und an etwas steiler und verläuft aber wieder etwas sachter dahin. Nach einer guten Stunde treffe ich auf eine kleine Jagdhütte, Hüttenhof genannt. Der Wald lichtet sich immer mehr und der Älpelesteig wird zusehends gerölliger und steiler. Demnach kann es nicht mehr weit zum Älpele sein. Die Aussicht reicht nun auch weiter auf die Berge zu den Allgäuer Alpen.

Ich lasse den Latschenkieferbereich hinter mir und die ersten Bergzipfel kann ich bereits vor mir sehen. Nach jeder Kehre bin ich neugieriger auf den Kessel in dem mittendrin die Hochstanzälpele ruht.

Es empfängt mich eine idyllisch grünes, mit vielen bunten Bergblumen, gelegenes Hochtal, umringt von hohen Bergen. Traumhaft !

Bis zum Älpele ist der Pfad wunderbar ausgeschildert und auch durch den markanten Weg nicht zu übersehen. Ab dem Hochtal ist es eher dürftig. Suchend schaue ich nach einem getrampelten Weg. Bei genauem Hinsehen entdecke ich ihn. Der kaum erkennbare Wiesenpfad beginnt links nach der Hütte und führt in den Wald hinein, vorbei an einem kleinen trüben Teich, zu einer Senke. Hier will ich erst gerade aus weiter, aber eine Markierung weisst mir den richtigen Weg. Einmal scharf nach links und dann geht es durch latschenbewachsenes gerölliges Gebiet den Bergrücken kurvenreich bergan. Herrliche Blicke habe ich währenddessen auf die Berge und das Hochtal. Ein Genuss.

Und als mir dann auch noch eine Gams mich so entzückend mit schief gelegten Kopf auf dem Weg begegnet, ist die Welt perfekt. Sie beäugt mich ziemlich lang und kann sich nicht entscheiden, welchen Weg sie um mich herum nehmen möchte. Sie entschließt sich einfach den Berghang quer obi zu nehmen.

Ich musste dazu ein Video aufnehmen :). Immer wieder schaut sie zu mir hoch, um sich zu vergewissern, ob ich da noch felsenfest stehe, wie ich eh schon die ganze Zeit stand.

Beschwingt tänzel ich wie die Gams den Pfad weiter nach oben, naja tänzelnd nicht, eher trampelnd übers Geröll.

Nach der letzten Kehre gelange ich, leicht überrascht wie sich nach jeder Anhöhe, die Natur vor mir aufzeigt, auf eine breite Wiese. Links sehe ich die Mahdspitze, den markanten Felsen und rechts die Schwarzhanskarspitze als sanften Hügel.

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Links die Mahdspitze
Rechts die Schwarzhanskarspitze

Ich folge dem erkennbaren Serpentinenpfad bergwärts, einmal in Richtung Mahdspitze, dann wieder die Wendung zur S-H-karspitze. Ich möchte zuerst zur Mahdspitze und so denke ich mir nach jeder weiteren Linkskehre, aber nun wird doch wohl mal der Abzweig folgen und mich direkt zur Mahdspitze führen. Nach weiteren Kehren und immer näher kommend an der Karspitze, beschließe ich dann doch den höheren Berg zu erklimmen, da ich dem schon viel näher bin als der Mahdspitze. Und beim Abstieg werde ich sicherlich den Abzweig entdecken, den ich wohl einfach nur übersehen habe.

So geht es weiter steil bergauf zum Gipfelkreuz, vorbeikommend an einem Rinnsal bis ich an dem Schneehang oben bin. Ich wandere den Grat entlang, umgehe die kleinen Schneefelder…..

 

..und bin endlich am Gipfel angelangt, nach ca. 3-3,5 Std.

Ein Seufzer der Bewunderung entfährt mir. Was für eine Aussicht.

Ausblick vom Gipfel der Schwarzhanskarspitze mit Zoom auf die Felsnadel Mahdspitze

Gestärkt wandere ich den Grashang Richtung Mahdspitze bis zum Ende der Wiese und suche vergeblich den Pfad zur Mahdspitze.

Etliche Höhenmeiter weiter unten kann ich einen Pfad ausmachen. Muss ich wieder soweit obi um wieder aufi zu gehen?! Na gut. Ich wandere den Wiesenpfad von dem ich herkam wieder zurück, auf dem Geröllpfad gehe ich ebenso etliche Kehren nach unten und suche und suche die Abzweigung zur Mahdspitze.

Kraxel einmal durch die verkehrten Latschenkiefer, kehre dann aber wieder um, als mir die Kiefern keinen Durchgang mehr gewähren. Ich gehe noch einmal eine Serpentine weiter hinab und dann nehme ich die für mich erkannte Abzweigung.

Der beginnt wie ein Pfad, aber dann steht wieder eine Latschenkiefer mitten im Weg und ich schaue fragend um sie herum. Hmmm, hier geht ein Hang obi, ich blicke nach oben und erkenne einen fast unsichtbaren Pfad. Ist das nun der Abstiegspfad von der Karspitze oder Anstiegspfad zur Mahdspitze?

Ich beschließe da hinauf zu kraxeln und siehe da, ich habe den richtigen Pfad gefunden. Wahrscheinlich soll einfach keiner die Mahdspitze erklimmen, nirgends irgendwo ein Farbtupfer der den Weg aufzeigt. Der Weg ist ziemlich verwachsen und oft stehe ich da und suche einen Anhaltspunkt für einen Weg. Spannend!

Erfolgreich lasse ich aber dann die Latschenkiefer hinter mir und es geht einmal kurz steil einem steinigen Hang geschmückt mit Blumen hinauf. Dann heißt es quer übers Schiefergeröll. Nur nicht ausrutschen, schon ziemlich ausgesetzt hier oben. Eine Steilstufe gehe ich noch nach oben, dann wieder abwärts, etwas ausgesetzt, und schlussendlich überwinde ich die letzte Felsnadel zum Gipfel empor.

Sehr ausgesetzt hier oben und beeindruckende Tiefblicke ins Tal. Soweit an den Kanten gehe ich nicht, da diese sehr steinig und lose sind.

Was mich noch neugierig macht, ist das Gipfelbuch. Der Weg zur Spitze ist ja unglaublich wanderfreundlich, abenteuerlustig trifft es eher. Und das ist ja das Schöne.

Das Gipfelbuch ist noch nicht mal halb voll und der erste Eintrag ist aus 2007. Ja, was soll ich sagen, klasse Berg. Keine Menschenmassen.

Ausblick vom Gipfel Mahdspitze

 

4 thoughts on “Schwarzhanskarspitze 2.228m Mahdspitze 1.963m Bergtour

  1. Hallo Conny,
    das ist ja mal ne tolle Tour. Die vielen naturnahen Pfade und die Ausblicke, das ist schon toll.
    Die Gams im Video schine mir aber etwas irritiert. 🙂
    Schön beschrieben das Ganze. Jetzt würde ich am liebsten gleich los wandern. 🙂

    Gruss

    Michael

    1. Hi Michael,

      ja das war eine super schöne Tour. So gegensätzlich diese zwei Berge. Bei der Tour war / ist alles dabei 🙂

      Die Gams war irritiert meinst du? Och, versteh i gar nit 😀

      Gr ü ü ü sse in den Norden 😉

  2. Hallo Streunerin, schön, unseren neuen Bauplatz einmal von oben zu sehen. Diese Tour wird eine unserer nächsten Pflichttouren werden. Wir sind gespannt darauf und werden dir berichten.
    Manfred und Doris

    1. Na sowas, da habt ihr euch aber ein schönes Eckchen ausgesucht 🙂 und könnt dann öfter von oben auf eure neues Heim schauen. Ja bitte, berichtet über eure Wanderung. Freue mich.

      Danke für euren Kommentar 🙂
      LG Conny

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