Höhlenfable, Eisklettern, Ukelele – Interview mit Joe

Grias di Joe,

du Allroundbegeisterter. Du hast eine Menge Interesse, die du auch in Angriff nimmst bzw. noch nehmen wirst. Du bist unter anderem auch Blogger wie ich und berichtest über deine Touren quer über die Welt.

Warum bloggst du?

Wallis Festijoch

Die Idee reifte auf mehreren Touren in den Alpen. Der Gedanke war zu erst, was mache ich mit meinen Bildern, die eigentlich nur auf den
Festplatten meiner vielen Computer herumliegen. Nicht nur Fotos möchte ich teilen, auch meine Gefühle, die ich auf meinen verschiedenen Touren erleben durfte.

 

Dann kam irgendwann alpenvereinaktiv.com ins Leben. Dort bin ich Autor und schreibe für das Portal Tourenbeschreibungen. Bin da quasi seit Anbeginn dabei.

Tourenbescheibungen haben aber keine persönliche Note und deshalb kam mir ein Blog als das Richtige vor. Dort kann ich Bilder posten, die nicht zur Wegbeschreibung gehören; kann meine Geschichte erzählen, die nicht in ein Tourenportal passen; ich kann einfach ich sein und frei schreiben.

Denn ich schreibe und fotografiere gerne. Fotos bringe ich nicht nur auf meinen alpinen Touren mit nach Hause. Ich fotografie auch Tiere im heimischen Wald oder andernorts in der Natur. Aber lieber Landschaften und Tiere als Menschen und Städte.

Wo fühlst du dich am wohlsten und warum?

Endeutig A!

Ich denke, es sind die Gefühle, die entstehen, wenn man durch die Berge streift. Man begegnet wilden Tieren, weiter oben wilde Gegenden. Ausblicke und Einblicke in die Abgründe und Höhen unseres Dasein entstehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Man muss was geben, um was zu bekommen. Man braucht Mut, Durchhaltevermögen, Kompetenzen, aber auch Ängste zum Bremsen. Man spürt sich und seine Umwelt direkt.

Ich liebe es mit der Natur zu verschmelzen. Ich liebe die Freiheit, die fühlbar wird. Das kann ich an einem Strand nicht. Aber ich kann schon mal Strandurlaub machen – wenn man spätestens jeden zweiten Tag auf einen Berg steigt. Auf manchen Inseln geht das ganz gut. Das Leben ist ja ein Kompromiss :-).

Im Grunde kann ich es nicht so richtig in Worte fassen. Es ist eine Art Sehnsucht in mir. Schon als Kind und Jugendlicher kamen mir Tränen in die Augen, wenn ich den Allgäuer Hauptkamm von der Autobahn erblickte. Hin und wieder passiert das heute auch noch.

Ich denke, Sehnsucht passt ganz gut. Die Berge rufen mich.

 

Du hast bereits einige Hochtouren gemacht? Kannst du ungefähr sagen, welche dich am meisten beeindruckt hat?

Das ist schwer zu sagen. Es gab Touren, die haben mich beeindruckt. Es gab Touren, nach denen ich mich fragte, ob es das alles Wert war. Jede Tour hinterlässt einen bleibenden Eindruck, denn die Berge sprechen für sich. Solche Hochtouren macht man nicht alleine. Was mir gefällt, ist der gruppendynamische Prozess bei so einer Tour.  Ich selbst führe gerne Gruppen und zeige die wunderbare Welt.

Weil du aber sicher einen bestimmten Gipfel von mir hören möchtest, sage ich Kasbek von Russland aus – nicht unbedingt des Berges wegen. Da will ich aber noch nicht zu viel verraten. In meinem Blog reift gerade die Geschichte dazu.

Wallis, Aletschhorn 4.139m

 

4. Welches Zitat spricht dich an.

A) Wanderer kann man nicht werden, man wird als Wanderer geboren.
B) Der Weg ist immer besser, als die schönste Herberge.

B. Denn dies stimmt.

Kaukasus

 

5. Wir kennen uns schon ein bisschen länger und ich weiß, dass du ein begeisterter Bienenzüchter bist. Wie kamst du auf das Hobby?

Joe bei der Bienenzucht

Man nennt es Imker :-).
Also das hat mich schon als Kind interessiert. Ich muss zugeben, mich hat als Kind allerlei interessiert, nur die Schule nicht so sehr.
Mit dem Imkern habe ich dennoch erst vor zwei Jahren begonnen und stehe da noch ganz am Anfang. Es macht viel Spaß und es ist sehr interessant.

Das Arbeiten am Bienenstock ist entspannend. Man muss konzentriert und ruhig vorgehen. Das monotone Surren der Arbeiterinnen unterstützt dies. Aber es kann auch ganz schön aufregend sein und Adrenalin pur geben, wenn du einen Fehler machst. Es ist wie beim Bergsteigen, wenn du Eins mit dem Fels geworden bist und völlig konzentriert kletterst.

 

6. Du bist vielseitig interessiert, von Hochtouren über Eisklettern, zum Bienenzüchter und der Ukalee verfallen. Welches Interesse hast du noch und möchtest du in deiner Zukunft beginnen?

Höhlenspaß auf der Schwäbischen Alb

Du hast die Höhlenaffinität unterschlagen. Ich gehe ja nicht nur auf den Berg, sondern auch in den Berg ;-).

Ukulele spiele ich seit ein bis zwei Jahren gelegentlich. Weit entfernt vom „Können“. Aber es ist ein spaßiges Instrument. Ich bin ja leider nicht so musikalisch wie der Rest meiner Familie. Ich hab’s da eher mit dem Keyboard des Computers, statt des
Klaviers oder des Akkordeons.

Tja was könnte ich denn noch ausprobieren? Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, höher als 5.642 Metern zu sein.

Ich weiß aber auch nicht, wie es sich anfühlt, Verantwortung für einen winzig kleinen neuen Menschen zu übernehmen.

Danke Conny, das Interview hat mir Spaß gemacht! 🙂

 

Ich danke dir für deine Offenheit. Mir hat das Interview ebenso viel Spaß gemacht. Ich wünsche dir ganz viel Freude bei all deinen Vorhaben. Liebe Grüße an deine Freundin.

Auf -> www.sonnige-hoehen.com kannst du noch mehr über Joe erfahren und wie seine Tour zum Kasbek, dem dritthöchsten Berg Georgiens, war.

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..und welches Abenteuer bist du?

Welch eine Grammatik denkst du sicherlich. Wie kann eine Person das Abenteuer sein? Und ich sage Ja dazu. Jeder Mensch ist das Abenteuer. Per se. Abenteuer das in einem steckt, das man entdecken will, das man ist, das man lebt. Der Eine mehr, der Andere weniger.

Erzähl mir deine Abenteuer! Schreib mir einfach per Mail an diestreunerinat@t-online.de.

 

 

2 thoughts on “Höhlenfable, Eisklettern, Ukelele – Interview mit Joe

  1. Bin stolz wie Bolle. Was hat er mit alles an Viehzeug angeschleppt. Vom Falkenbaby bis zur traumatisierten Feldmaus. Eine Kröte die dann leider gestorben ist. Welch ein Drama war das. Eine Maus lebt auch eine Zeitlang in seinem Zimmer komfortabel untergebracht in einem Duplosteinebungalo, bis ich dahinter kam. Ja die Natur und alles was damit zu tun hat, liebte Joe schon als ganz kleines Kind.

    1. Hallo Marion,
      ui, da war immer etwas los zu Hause. 😀 Er hat euch somit immer überrascht. Aber das Schöne daran ist, dass er einfach ein großes Herz für Tiere hat und anpackt und hilft. 🙂 Vielen Dank für dein Kommentar. Herzliche Grüße aus dem Allgäu. Conny

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